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Gender Mainstream „Versicherungsvertreter“

Wie im Rahmen zahlreicher anderer Artikel dieser Plattform bereits grundlegend erörtert wurde, handelt es sich beim „Gender Mainstreaming“ um die soziale Gleichstellung von sowohl Frauen als auch Männern. Diese Thematik hat sich heutzutage zu einem bedeutendem Aspekt entwickelt – besonders aufgrund der Tatsache, dass immer mehr Frauen dem beruflichen Kurs der Männer nacheifern, generell emanzipierter werden und auf dem besten Wege sind, auch Führungspositionen für sich zu bestreiten und darin erfolgreich zu sein. Somit verlangt die Orientierung „Gender“, dass beide Geschlechter, d.h. männlich und weiblich, in sozialen, kulturellen und normativen Dimensionen gleichberechtigt behandelt werden und demnach dieselbe Aufmerksamkeit erfahren.

Die Rolle sowie der allgemeine Status des Geschlechts hat sich also zu einem ganz besonderen und äußerst wichtigen Aspekt entwickelt – somit auch im Beruf. Dahingehend sollte jedoch beachtet werden, dass das berufliche Umfeld genau genommen noch zu jenen Bereichen gehört, hinsichtlich derer die Orientierung des Gender Mainstreams noch nicht zu 100 Prozent durchgedrungen ist. Dies schlägt sich nicht nur in den Unterschieden der Gehälter von Frauen und Männern nieder, sondern vor allem auch in Berufssparten, die vorwiegend bzw. mehrheitlich von einem Geschlecht, entweder männlich oder weiblich, dominiert werden. So auch die Versicherungsbranche, die sich im Hinblick auf die Thematik des Gender Mainstreams dadurch auszeichnet, dass die in dieser Branche beschäftigten Versicherungsmakler bzw. Versicherungsvertreter hauptsächlich Männer sind.

Ja, es ist tatsächlich so, dass ein Versicherungsvertreter mehrheitlich mit dem männlichen Geschlecht in Verbindung gebracht wird. Der typische Versicherungsvertreter, der am Montag um 18 Uhr direkt zu uns nach Hause kommt, um uns einen aktuellen und durchaus interessanten KFZ Versicherungsvergleich zu präsentieren, stellen wir uns wie folgt vor: Ein Mann, um die 45 Jahre alt, mit Anzug und Krawatte sowie zwei dicken Ordnern in der Hand, in welchem sich die Versicherungsunterlagen befinden – ja, das ist der typische Versicherungsvertreter wie wir ihn kennen! Hier knüpft direkt die Thematik des Gender Mainstreams an: Welche Rolle bzw. Bedeutung nimmt das weibliche Geschlecht im Rahmen dieser Berufssparte ein? Wie stellen wir uns eine weibliche Versicherungsvertreterin vor? Schön gekleidet, in elegantem Hosenanzug oder Kostüm, im Alter von rund 30-40 Jahren? – Nein, weder noch ; Tatsache ist, dass wir im Hinblick auf Versicherungen und Versicherungsvertreter nicht mal ansatzweise an das weibliche Geschlecht denken. Das ergab eine aktuelle Umfrage bzw. Studie, im Rahmen dieser die Bedeutung des Gender Mainstreams in der allgemeinen Versicherungsbranche genauer unter die Lupe genommen wurde. Die Probanden wurden dazu aufgefordert, ihre persönlichen Assoziationen rund um das Thema „Versicherungen“ auf ein Blatt Papier zu schreiben. Dabei reichte es völlig aus, die eigenen Gedanken in Stichworten zu notieren. Von 100 Befragten notierten 87 den Begriff „Mann“ bzw. „männlicher Vertreter“. Das Wort „Frau“ oder „Versicherungsvertreterin / Versicherungsmaklerin“ wurde von keinem einzigen Probanden niedergeschrieben.

Das Ergebnis ist also eindeutig: Die Orientierung des Gender Mainstreams konnte in der Versicherungsbranche bisher noch nicht erfolgreich Fuß fassen. Tatsache ist, dass es nicht mal ausreichen würde, einzelne Arbeitsposten im Berufsfeld der Versicherungen mit Frauen zu besetzen, da die Grundeinstellung bisher noch nicht durchgedrungen ist. Obwohl wir uns heutzutage in einer Zeit wiederfinden, in welcher Frauen im Beruf schon großartige Erfolge, teilweise mit den Männern gleichgestellt, verzeichnen, kann diese Überzeugung im Hinblick auf weibliche Versicherungsvertreter und Versicherungsmakler nicht durchgreifen.