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Gender-Thematik: Frauen vs. Männer in Job, Familie und Co.

Nicht nur in der Politik, sondern auch in vielen anderen gesellschaftlichen Bereichen zeigen sich noch immer tradierte Rollenmuster. Frauen und Männer werden entsprechend ihres Geschlechtes in bestimmte Berufszweige geschoben, beziehungsweise ordnen sich selbst darin ein, nehmen geschlechtstypische Rollen im Familienleben ein und haben auch, was den Alltag betrifft, meist Geschlechtsstereotypen verinnerlicht. Dabei strebt die Europäische Union seit vielen Jahren eine Gleichstellungspolitik an, um eben genau diese extremen Unterschiede und teilweise auch Benachteiligungen und Diskriminierung, zu beheben. Das Gender Mainstreaming bezieht sich übrigens auf beide Geschlechter und zielt nicht nur auf die Förderung von mehr Frauenrechten ab. Auch Männer haben es nicht immer leicht, sich in so genannten Frauenberufen Akzeptanz zu verschaffen und haben vermehrt mit Ausgrenzung zu tun.

Es ist noch immer so, dass Frauen meist Berufe im Büro, im Verkauf oder im Dienstleistungsgewerbe annehmen, während Männer eher handwerkliche und technische Berufe ausüben. Die Trennung beider Geschlechter im Job und hierarchische Positionen mit Vorteilen für das männliche Geschlecht sind deutlich zu erkennen. Obwohl Frauen mittlerweile zum Teil bessere Bildungsabschlüsse haben als ihre männlichen Kollegen, entscheiden sie sich meist für einen Beruf mit geringeren Aufstiegschancen und Verdienstmöglichkeiten.  Zwar ist die Zahl der selbstständigen Karrierefrauen stark gestiegen, dennoch wird der Beruf oftmals nur als Zuverdienst angesehen und Frauen widmen sich – so wie es der Frau schon vor vielen Hundert Jahren zugeschrieben war – dem Haushalt und der Familie. Männer hingegen überlassen die Alleinkompetenz im Haushalt gerne den Frauen und würden ihre Karriere nur in seltenen Fällen für die Familie opfern.

Auch im Alltag zeigen sich oft geschlechtstypische Unterschiede. Während der Mann beispielsweise gemütlich mit dem Auto zur Arbeit fährt, absolvieren Frauen häufig lange und mehrere Wege. Sie bringen die Kinder in die Vorschule, zum Sport oder zu Freunden, machen den Einkauf und fahren dann eventuell selbst zur Arbeit. Es wird sich um den Haushalt gekümmert und eigene Interessen und Karrierepläne bleiben da häufig auf der Strecke.

Frauen und Männer müssen geschlechtsuntypische Ausbildungswege und -berufe einschlagen können – dies fördert das Gender Mainstreaming. Gleichstellung in allen gesellschaftlichen Ebenen ist wichtig, um beiden Geschlechtern eine hohe Lebensqualität und Zufriedenheit zu verschaffen. Gleichstellung bedeutet Gerechtigkeit, Demokratie und Abbau von Diskriminierung. Die Politik ist wesentlich ausgewogener, wenn Männer und Frauen gleich verteilt sind und gemeinsam gleichwertige Entscheidungen treffen können. Die Qualität in den Berufen ist viel höher, wenn ausschließlich auf Bildung und Leistung geachtet und nicht das Geschlecht als Kriterium einbezogen wird.