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Soziale Ungleichheit

Der Terminus „soziale Ungleichheit“ bezeichnet die ungleiche, eigentlich sogar ungerechte, Verteilung sowie Bewertung materieller Ressourcen. Darin eingeschlossen ist ebenfalls der nicht gleichwertige Zugang zu hohen gesellschaftlichen und sozialen Positionen und die damit in Verbindung stehenden Chancen für jedes einzelne Individuum in der ganzheitlichen Gesellschaft – ganz egal ob Mann oder Frau. Doch auf welche Dimensionen stützt sich die soziale Ungleichheit? Genau genommen werden damit Aspekte wie u.a. Vermögen, Qualifikation, Bildung / Ausbildung, Stellung und Position im Berufsleben sowie der allgemeine Zugang zu unterschiedlichen Infrastruktureinrichtungen und Gesundheit.

Allgemein gesehen müssen soziale Unterschiede nicht zwangsweise als ausschließlich negativ betrachtet werden. Soziale Unterschiede meinen beispielsweise die Differenzierung zwischen einem Arzt und ein einem Friseur im Hinblick auf Ausbildung, Verdienst und Position im allgemeinen Berufsfeld. Das ist eine allgemein gültige Tatsache, dass ein Arzt höhere Verdienstmöglichkeiten hat als ein Friseur, geht jedoch nicht mit negativen Assoziationen einher. Hinsichtlich dieses Begriffs „soziale Ungleichheit“ sieht dies jedoch schon wieder anders aus: Ungleichheit wird klar und deutlich im gegensätzlichen Vergleich zu Gleichbehandlung und Gleichstellung angesehen. Es handelt sich bei „Ungleichheit“ also um einen normativen Terminus, der sich auf soziale Hierarchien bezieht. Genau genommen sind es im Rahmen der sozialen Ungleichheit exakt diese sozialen Hierarchien, die einer eindeutigen Benachteiligung sowie Diskriminierung ausgesetzt sind. Darüber hinaus stehen soziale Hierarchien in enger Verbindung zu systematischen und strukturellen Merkmalen wie Ethnie, Geschlecht bzw. Familienstand. Liegt beispielsweise ein systematischer Zusammenhang zwischen einem einzelnen Merkmal wie beispielsweise jenem des Geschlechts sowie einem darauf basierendem erschwerten Zugang zu Ressourcen vor, so sprechen wir von einer ausdrücklichen Benachteiligung.

Im Rahmen des vorliegenden Kontextes muss beachtet werden, dass soziale Ungleichheit nicht einfach vorliegt und grundsätzlich eindeutig ist. Genau genommen ist es erforderlich, soziale Ungleichheit mittels zur Verfügung stehenden Verfahren und Instrumenten der geschlechtersensiblen Forschung des Gender Mainstreamings sowie des Gender Budgetings, wie beispielsweise der Frauenforschung, Geschlechterforschung / Gender Studies bzw. der kritischen Männerforschung, profund zu identifizieren und zu bewerten.

Ein stets aktuelles und typisches Beispiel für die Ungleichheit zwischen Männern und Frauen ist die Einkommensgewinnung aus der generellen Erwerbsarbeit. Dies ist im Rahmen empirischer Studien mehrfach belegt worden und bringt eindeutig zum Ausdruck, dass Männer und Frauen bei gleicher Arbeit unterschiedliche Verdienste, d.h. Löhne und Gehälter, aufweisen. Dies bedeutet, dass ein männlicher Wirtschaftsprüfer im Gegensatz zu einer ihm ebenbürtigen, gleich qualifizierten weiblichen Wirtschaftsprüferin höher entlohnt wird – und das bei identischer Arbeitsverrichtung. Weitere Beispiele für soziale Ungleichheit zwischen Männern und Frauen sind u.a. die ungleiche Verteilung der unbezahlten Arbeit in privaten Haushalten (Frauen kochen, bügeln, saugen und reinigen die Wohnung / das Haus – und das völlig unentgeltlich) sowie die allgemeine Repräsentanz des männlichen und weiblichen Geschlechts im öffentlichen Umfeld und Führungspositionen.

Doch wie kann sozialer Ungleichheit bestmöglich begegnet werden? Durch formale Gleichbehandlung und Gleichstellung beider Geschlechter in jedem Umfeld und jeder Situation? – Nein, der Fokus liegt vielmehr darauf, einzelne Maßnahmen, Handlungen, Initiativen und Programme so zu gestalten, dass aus der vorherrschenden und gegebenen sozialen Ungleichheit zwischen Männern und Frauen als ausgehende Tatsache keine expliziten Nachteile für das ein oder andere Geschlecht entstehen. Genau auf diesen Aspekt stützt sich auch das allgemeine Gender Mainstreaming, das auf die Gleichstellungspolitik beider Geschlechter abzielt.

Wie bereits erwähnt soll an dieser Stelle nochmals betont werden, dass die soziale Ungleichheit zwischen dem weiblichen und dem männlichen Geschlecht empirisch nachgewiesen werden konnte. Sie kann entweder nach außen vollständig in Erscheinung treten oder auch versteckt präsent sein.